Klimaneutrale Website
Auch genannt: CO₂-neutrale Website, klimaneutrales Hosting
Eine Website, deren Treibhausgasemissionen bilanziert und reduziert werden und deren verbleibender Rest transparent ausgewiesen wird.
- Kein allgemeingültiger CO₂-Grenzwert definiert Klimaneutralität einer Website
- Reihenfolge: bilanzieren → vermeiden und reduzieren → verbleibende Emissionen transparent behandeln
- Ökostrom allein belegt keine Klimaneutralität
- Kompensation ist getrennt von tatsächlicher Emissionsreduktion auszuweisen
Warum es zählt
Eine transparente Bilanz kann zeigen, welche Emissionen durch digitale Angebote entstehen und wo Reduktionspotenziale liegen. Der Begriff „klimaneutral“ ist besonders erklärungsbedürftig: Ohne klare Systemgrenzen und verständliche Angaben zur Rolle von Kompensationen kann er irreführend wirken.
Worauf es ankommt
Systemgrenzen, Bilanzierungsstandard, Zeitraum, Datenqualität und einbezogene Emissionsquellen müssen offengelegt werden. Vermeidung und Reduktion haben Vorrang. Kompensationsmaßnahmen dürfen nicht als eigene Emissionsminderung dargestellt werden. Aussagen zur Klimaneutralität sind zudem am geltenden Verbraucherrecht zu messen; die Richtlinie (EU) 2024/825 nimmt bestimmte produktbezogene Aussagen über eine neutrale, reduzierte oder positive Treibhausgaswirkung ins Visier, wenn sie auf dem Ausgleich von Treibhausgasemissionen beruhen. Die konkrete rechtliche Einordnung richtet sich nach dem Wortlaut der Richtlinie und ihrer nationalen Umsetzung.
Beispiel
Eine Website veröffentlicht eine nachvollziehbare Treibhausgasbilanz mit Systemgrenzen, Zeitraum, Berechnungsmethode und Reduktionsmaßnahmen. Etwaige Klimaschutzbeiträge werden separat beschrieben und nicht als Beleg dafür verwendet, dass die Website selbst keine oder keine zusätzliche Klimawirkung verursacht.
Häufige Fragen
Nein. Ökostrom kann die bilanzierten Emissionen des Stromverbrauchs beeinflussen, ersetzt aber weder eine vollständige Bilanz noch Reduktionsmaßnahmen und eine transparente Behandlung verbleibender Emissionen.
Mit einer nachvollziehbaren Methode, die Datenübertragung, Rechenzentren, Netze und gegebenenfalls Endgeräte innerhalb definierter Systemgrenzen berücksichtigt. Online-Rechner liefern modellbasierte Schätzungen, keine vollständige Messung.